Neutscher Kerb

Immer Mitte Juli feiern die Neutscher ihre Kerb.
Davon lässt man sich auch nicht durch so Kleinigkeiten wie ein baufälliges Dorfgemeinschaftshaus nicht abhalten.

In den zurückliegenden Jahren wurden die Kerb, nebst Gottesdienst immer im und am Neutscher Dorfgemeinschaftshaus gefeiert, das war das alte neutscher Schulhaus. 2014 wurde dies als Baufällig eingestuft, und durfte nicht mehr betreten werden.

Also feiern die Neutscher ihre Kerb in einem großen Zelt - so lange bis das neue Dorfgemeinschaftshaus fertig ist (vorraussichtlich 2016).

Die Bilder zeigen den Kerb-Gottesdienst 2015, mit Pfarrer Klesy, der die Gitarre mitbrachte und mit dem Neutscher Singkreis und der ganzen Gottesdienst-Gemeinde so einen richtigen Festgottesdienst feierte.

Gottesdienst-Gemeinde zu Neutsch Pfarrer Klesy mit Gitarre
Kurz vor dem Gottesdienst füllt sich das Zelt Pfarrer Klesy mit Gitarre

Rückblick auf die Neutscher Kerb am 14. Juli 2013

Predigt mit Pfarrerin Giesecke Simon Dach und Jasper Pfalzgraf
Predigt mit Petrus, dem Jünger Johannes und dem Evangelisten Lukas

Zum zehnten Kerb-Gottesdienst bekamen die Gottesdienstbesucher prominenten Besuch. Petrus, Johannes, der Jünger, "den Jesus liebhatte", und der Evangelist Lukas gaben uns die Ehre. Pfarrerin Giesecke, Jasper Pfalzgraf und Simon Dach liehen dazu gerne ihre Stimme aus.

"Gebt ihr ihnen zu Essen". Mit dieser Aufforderung erschreckte Jesus seine Jünger zunächst. 5000 Mann, nebst Anhang sollen sie mit Essen versorgen. Wie soll das gehen, woher soll das Essen kommen, wie soll das finanziert werden? Das sind die Fragen, die die Jünger als erstes haben. "Mangelorientiertes Denken" würde man heute sagen - das noch dadurch gesteigert wird, als sich nur ein Kind fand, das fünf Brote und zwei Fische mit hatte.

Jesus hilft - und bringt den Jüngern "Verheißungsorientiertes Denken" bei. Zunächst wird das Chaos geordnet. Alle sollen sich hinsetzen, sich "lagern" in kleinen Tischgemeinschaften. Danach tut Jesus das, was auch Moses in der Wüste tat: Er dankt Gott für seine Gaben - und es reicht für alle, ja mehr noch!

Nachdem alle satt wurden, ließ Jesus die Reste einsammeln. Er wurden 12 Körbe voll. Die Zahlensymbolik ist interessant: 12 Körbe - 12 Stämme Israel, das heißt, Gott hatt für jeden genug! Interessant ist auch das "Ausgangsmaterial": fünf Brote plus zwei Fische. 5 + 2 = 7. Die Sieben steht für Vollkommenheit, Fülle und Gottes Treue. Jesus lehrt uns, auf Gottes Treue vollkommen zu vetrauen.

Rückblick auf die Neutscher Kerb am 8. Juli 2012

Predigt mit Pfarrerin Giesecke und Simon Dach Neutscher Chor mit allen Altersklassen
Simon Dach als Paul Gerhardt und Pfarrerin Giesecke Neutscher Chor mit allen Altersklassen

Im Juli feiert Neutsch seine Kerb. Seit neun Jahren ist der Kerb-Gottesdienst am Sonntag morgen um 11 Uhr ein fester Bestandteil der Kerb. Für die Musik sorgen der Neutscher Singkreis und Patrick Rech am Klavier.

"Geh aus mein Herz und suche Freud" ist wohl eines der bekanntesten Kirchenlieder. In der Predigt im Neutscher Kerbgottesdienst wurden das Lied und sein Dichter genauer betrachtet.

Die Gottesdienst-Besucher machten die Bekanntschaft mit Paul Gerhardt, der in von Simon Dach gespielt wurde. Paul Gerhardt schrieb nicht nur dieses Lied. Insgesamt gibt es im Evangelischen Gesangbuch 26 Lieder, deren Text aus seiner Feder stammt. Paul Gerhardt lebte 1607-1676. Seine Studienzeit und ein grosser Teil seines Lebens fällt in den dreißigjährigen Krieg, (1618-1648), der in Deutschland ganze Landstriche entvölkerte. Daher brauchte er lange, bis er sein Studium beenden und eine Familie gründen konnte.

Das Lied "Gehe aus mein Herz..." schrieb er für seine Frau, die im sterben lag. Gemeinsam machten sie in ihrer Phantasie einen schönen, langen Spaziergang, so wie früher, als Paul Gerhardts Frau noch gesund war. Zuerst hinaus, in den eigenen Garten, dann auf die Felder, in den Wald und ganz zum Schluss in den Garten im Himmel.

Rückblick auf die Neutscher Kerb am 10. Juli 2011

Predigt mit Pfarrerin Giesecke, Svenja und Robin Patrick Rech am Klavier Neutscher Singkreis
Predigt mit Jesaja und Moses, von Svenja und Robin vertreten Patrick Rech am Klavier,
Frau Schüssler, die Neutscher Küsterin
Neutscher Singkreis in Aktion

Im Kerbgottesdienst 2011 ging es ums Feuer. Drei Feuer-Geschichten, die etwas mit "Berufung" zu tun haben.

Bei den den ersten beiden berichteten Mose und Jesaja, wie Gott sie in ihren Dienst berufen hat.

Zum Beispiel Mose. Er hatte in Ägypten eine Top-Ausbildung erhalten, war für höchste Ämter qualifiziert, war aber dann durch den Mord an einem ägyptischen Sklavenaufseher zur Flucht gezwungen. In Midian konnte er sich niederlassen. Er heiratete, und gründete eine Familie.
Anstatt Beamten und Dienstpersonal hatte er jetzt allerdings nur noch Schafe unter sich. Jeden Tag "Mäh!" - das stumpft ab. Mose aber war ein guter Beobachter. Eines Tages wurde seine Neugierde geweckt, als er einen brennenden Dornbusch sah, der weder Rauch noch Asche hinterliess. Moses ging auf den Busch zu - und Gott rief ihn mit seinem alten, ägyptischen Namen.
Moses fragte Gott auch nach seinem Namen. "Was soll ich den Israeliten sagen, wenn sie mich nach deinem Namen fragen?" JAHWE - das ist hebräisch und heisst: "Ich werde sein". Und auch: "Ich bin da". Gott ist immer da, auch wenn wir mit ihm gar nicht mehr rechnen vor lauter Alltagseinerlei und "Mäh!"

Mit Feuer hat auch die Berufung von Jesaja zu tun. Er sah sich in den Tempel versetzt, Gott auf seinem Thron, und sein Saum füllte den Tempel aus. Um Gott herum die Seraphim, die Gott lobten "Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seine Ehre voll!"
Jesaja wurde schlagartig bewusst, dass seine Worte bisher nicht immer heilig waren. "Ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk unreiner Lippen" sagte er. Einer der Seraphim reinigte Jesajas Lippen. Dazu nahm er eine glühende Kohle mit einer Zange vom Altar, und berührte seine Lippen damit. Nun war Jesaja bereit für seine Aufgabe, Gottes Wort weiterzugeben.

Die dritte Feuer-Geschichte hat mit uns allen zu tun. In der Apostegeschichte ist beschrieben, wie Gott die Apostel in seinen Dienst rief. Wie Jesus gesagt hatte, kam der Heilige Geist zu ihnen, gab ihnen Kraft und Mut, von Gott und Jesus zu reden.

Diese Geschichte ist noch nicht zu Ende, denn sie richtet sich an uns alle. Die Apostel waren ganz "normale" Leute, und so sollen auch wir "normalen" Menschen uns vom Heiligen Geist uns entzünden lassen, um die gute Nachricht allen auszurichten.

Nach dem Gottesdienst versorgte die Neutscher Feuerwehr die durstigen und hungrigen Besucher mit allem, was sie brauchen.

08 06 16