Evangelisches Gemeindenetz Nördliche Bergstrasse

Seit dem 1. Januar 2015 ist das Gemeindenetz nun "in Betrieb".
Seitdem hat sich schon einiges getan. So hat das Gemeindenetz sein erstes gemeinsames Gemeindefest 2015 auf dem Heiligenberg in Jugenheim gefeiert, 2016 feierte das Gemeindenetz in Ober-Beerbach.
Auch bei der Konfirmandenarbeit gehen wir neue, gemeinsame Wege. Und eine eigene Homepage hat das Gemeindenetz auch.

Gemeinsam das Beste draus machen

Landkarte Nördliche Bergstrasse Die Pfarrer der Gemeinden Ober-Beerbach, Jugenheim, Alsbach und Zwingenberg
Pfarramtliche Verbindung geplant:
Um den Wegfall einer Pfarrstelle zu kompensieren, wollen sich Ober-Beerbach
und drei Nachbargemeinden ihre Pfarrer teilen.
Die sechs Pfarrerinnen und Pfarrer des Gemeindenetzes:
Hans-Peter Rabenau, Christian Hilsberg, Angelika Giesecke
Sandra Matz, Johannes Lösch, Beatrice Northe.

Kirchengemeinden wollen Zusammenarbeit vertiefen, um trotz Stellenkürzung neue Perspektiven zu entwickeln.

Die evangelischen Kirchengemeinden an der nördlichen Bergstrasse müssen sich in den nächsten Jahren auf Veränderungen einstellen. Schon seit einiger Zeit versuchen sie, engere Kooperationen anzudenken und zuerproben. Mit dem "Regionalrat", in den alle sieben Kirchenvorstände der Gemeinden Seeheim, Ober-Beerbach, Jugenheim, Ober-Beerbach, Bickenbach, Alsbach, Hähnlein und Zwingenberg Vertreterinnen und Vertreter entsandt haben, gibt es bereits ein Gremium zur Koordination.

Nun steht ein weiterer, großer Schritt bevor: Die Synode der Evangelichen Kirche in Hessen und Nassau hat eine Kürzung der Pfarrstellen beschlossen, die zu Beginn der Jahre 2015 und 2020 wirksam werden soll. In unserer Region wird an beiden Terminen jeweils eine halbe Pfarrstelle gestrichen. Damit steht den Gemeinden an der nördlichen Bergstrasse dann etwa 10% weniger Zeit von Pfarrerinnen und Pfarrern zur Verfügung als Bisher. Alle Gemeinden sind sich einig, dass wir diese Last zusammen tragen wollen. Gemeinsam wollen wir Wege finden, nicht den Mangel zu verwalten, sondern die Chance zu nutzen, den Dienst von Pfarrerinnen und Pfarrern in unserer Region grundsätzlich neu zu bedenken und durch die engere Zusammenarbeit eine neue Qualität der Gemeindearbeit in der Region zu schaffen.

Während drei der sieben Gemeinden weiterhin punktuell und projektbezogen zusammenarbeiten wollen, haben die Kirchenvorstände von Alsbach, Jugenheim, Zwingenberg und Ober-Beerbach beschlossen, eine sogenannte "pfarramtliche Verbindung" einzugehen. Wird dieser Beschluss von der Kirchenleitung bestätigt, bleiben diese vier Gemeinden zwar selbstständig, begründen aber eine dauerhafte, verbindliche Zusammearbeit in Bezug auf ihre Pfarrstellen. Die sind dann künftig nicht mehr bei den einzelnen Kirchengemeinden, sondern bei dem neuen Verbund angesiedelt. Pfarrerinnen und Pfarrer werden dann nicht nur im "eigenen" Ort arbeiten, sondern im ganzen Gebiet aktiv sein, jedoch mit deutlichen Schwerpunkt in jeweils einer Gemeinde.

Für unsere Gemeinden heisst das, dass Ihnen bei Verschiedenen Anlässen, auch in Gottesdiensten und bei Amtshandlungen nicht mehr nur dieselben ein oder zwei Personen begegnen, sondern fünf oder sechs Pfarrerinnen und Pfarrer ihre besondern Fähigkeiten einbringen und in ihrer Arbeit verschiedenen Schwerpunkte setzten. Damit greifen wir auch gesellschaftliche Veränderungen auf, die sich in unseren Gemeinden schon lange auswirken. Für manche wird das eine grosse Veränderung sein, anderen mag es kaum auffallen. Manche werden diese Veränderung als Verlust empfinden, andere werden sie begrüssen, erweitert sie doch die vielfältigen Möglichkeiten der Gemeinde.

So oder so - auf jeden Fall markiert die Bildung einer pfarramtlichen Verbindung einen erheblichen Einschnitt in der Geschichte unserer Gemeinden. Es ist ein Wagnis. Nach vielen Beratungen und Überlegungen in den Kirchenvorständen eröffnen sich aus unserer Sicht jedoch viel mehr neue Möglichkeiten, als sich Risiken ergeben. So sehen wir nicht nur die traurige Aufgabe, einen Stellenabbau zu organisieren, sondern gewinnen auch die Perspektive, zusammen mit unseren Nachbargemeinden etwas Neues zu entwickeln.

Je mehr Menschen daran mitwirken, um so besser wird es.

Oft gestellte Fragen

Gibt es ab 2015 eine einzige große Kirchengemeinde?

Nein, alle vier Gemeinden bleiben selbständig und behalten einen eigenen Kirchenvorstand. Je vielfältiger die Gemeinden sind, umso besser.

Wer ist denn in Zukunft für Ober-¬≠Beerbach zuständig?

Wir haben zurzeit sechs Pfarrerinnen und Pfarrer in den vier Gemeinden. Sie werden ihre Stärken und Begabungen in unterschiedlicher Weise auch in unserer Gemeinde einbringen. Alle werden regelmäßig in unserer Kirche predigen. Pfarrerin Giesecke wird den Arbeitsschwerpunkt in Ober-Beerbach behalten und hier für die meisten Gottesdienste und für die meisten Beerdigungen verantwortlich sein. Ihre Kollegen werden einzelne, spezielle Aufgaben in unserer Gemeinde wahrnehmen.

Ist das Ganze nur eine Sparmaßnahme?

Ja und Nein. Einerseits baut unsere Landeskirche, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, in den nächsten Jahren in zwei Schritten Pfarrstellen ab. Davon sind auch wir betroffen. Die Zahl der Pfarrstellen in unseren vier Kirchengemeinden sinkt zum 1.1.2015 von 5,5 auf 5¬†Stellen und 2020 voraussichtlich noch einmal auf 4,5 Stellen. Dann steht also fast 20% weniger Arbeitszeit von Pfarrerinnen und Pfarrern zur Verfügung als heute. Eine solche Kürzung wird zu spüren sein. Insofern ist das "Gemeindenetz" der Versuch, die Last der Stellenkürzung gemeinsam zu tragen. Andererseits eröffnen sich auch neue Möglichkeiten, wenn wir zusammen mit unseren Nachbargemeinden etwas Neues entwickeln.

Kann ich mich an der Gestaltung des Gemeindenetzes beteiligen?

Darauf hoffen wir! Zurzeit entwickeln Kirchenvorsteher und Pfarrer aus den vier Gemeinden Vorschläge, wie das Gemeindenetz ab 2015 arbeiten kann. Ihre Gedanken zum Gemeindenetz und Ihre Fragen können Sie jederzeit an die Kirchenvorsteher und an Pfarrerin Giesecke weitergeben. Im Bläädsche werden wir weiter berichten und Sie auf dem Laufenden halten.

Pfarrer Thomas Beder, Alsbach und Pfarrerin Angelika Giesecke, Ober-Beerbach

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10 03 17