Evangelisches Gemeindenetz Nördliche Bergstrasse

Miteinander unterwegs im Gemeindenetz

Miteinander auf dem Weg-Logo Die Pfarrer der Gemeinden Ober-Beerbach, Jugenheim, Alsbach und Zwingenberg
. Die fünf Pfarrerinnen und Pfarrer des Gemeindenetzes:
Hans-Peter Rabenau, Christian Hilsberg, Angelika Giesecke
Johannes Lösch, Beatrice Northe.

Seit 4 ½ Jahren sind die Evangelischen Kirchengemeinden Alsbach, Jugenheim, Ober-Beerbach und Zwingenberg miteinander im Evangelischen Gemeindenetz Nördliche Bergstraße (EGNB) verbunden. Wir haben uns zusammengetan, um dem Abbau der Gemeindepfarrstellen kreativ zu begegnen. Gemeinsam wollen wir das Beste daraus machen.

Beginnen wir mit dem Besten:
Viele Gemeindeglieder freuen sich über die Abwechslung bei den Gottesdiensten. Gerade der Abschluss der Sommerkirche mit dem anschließenden Grillfest kommt sehr gut an, ebenso die gemeinsamen Angebote für Familien und die gemeindeübergreifenden Konfirmanden-Projekte.

Was uns immer wieder beschäftigt, ist der weitere Abbau von Pfarrstellen in unserem Netz. Damit sind geht es uns wie vielen anderen Gemeinden in unserer Landeskirche. Man rechnet eine Pfarrstelle für 1600 Mitglieder. Am Anfang unserer Zusammenarbeit in 2015 hatten wir noch fünf Pfarrstellen im Gemeindenetz. Zu Beginn 2020 sind für uns 4,5 Pfarrstellen und zu Anfang 2023 nur noch vier Pfarrstellen vorgesehen.

Als uns Pfarrerin Sandra Matz zu Beginn dieses Jahres nach Norden verlassen hat, ist vielen diese Tatsache noch einmal stärker bewusst geworden.

Wie soll unsere Gemeindearbeit künftig mit nur noch vier Pfarrstellen aufgeteilt werden?
Welche Arbeitsfelder sind uns besonders wichtig?
Was ist in dieser Situation die Aufgabe eines Pfarrers, einer Pfarrerin im Gemeindenetz?

Dazu trifft sich seit Anfang des Jahres in regelmäßigen Abständen eine Arbeitsgruppe, die mit Vertretern aus allen vier Kirchenvorständen und den Pfarrern besetzt ist, begleitet durch zwei Coaches der Landeskirche. Zunächst hat die Gruppe bestätigt, dass wir gemeinsam weiter gehen wollen: „Mit… einander unterwegs“ ist das Schlagwort: „Miteinander – glauben, leben, leiden, zweifeln, gestalten, suchen, singen, feiern.“ Ja genau das wollen wir!

In einem weiteren Arbeitsgang haben die Pfarrpersonen einmal ihre Wochenarbeitszeit analysiert. Pro Woche und Person sind 42 bis 48 Arbeitsstunden zu leisten. Bei fünf Stellen haben wir ca. 9660 Stunden zur Verfügung. Bei bald vier Stellen werden es bald nur noch 7728 Stunden sein. Es werden dann also ungefähr 1900 Stunden weniger Dienstzeit sein.
Spannend war für uns alle, welche Arbeitsbereiche tatsächliche wie viele Stunden in Anspruch nehmen.

Manches ist gar nicht verhandelbar, etwa der Schulunterricht und die Teilnahme an Dekanatsveranstaltungen, sie sind für Pfarrerpersonen verpflichtend (21% der Arbeitszeit). Auch mit einer bestimmten Anzahl an Taufen, Trauungen, Beerdigungen (16%) ist zu rechnen, wobei die Anzahl der Trauerfeiern leider wächst.

Welche Arbeitsbereiche lassen sich verändern? Dreierlei wird zurzeit betrachtet:

Immer wieder stellen wir voller Dankbarkeit fest, dass unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schon sehr viele Aufgaben mit Freude und Engagement übernehmen. Sie sollen aber nicht an ihre Grenzen kommen! Wir werden verstärkt auf Talentsuche gehen und neue Personen einladen, sich in unseren Gemeinden zu engagieren.

Eines ist ziemlich klar: Falls jemand denkt, „Komm, wir lassen das mit dem Gemeindenetz am besten sein! Wir machen es so, wie vorher auch!“ – wird er schnell merken, dass die Pfarrstellen sowieso reduziert werden und keine neuen vom Himmel fallen. Dann würde nur jede Gemeinde für sich alleine überlegen. Und: die positiven Effekte durch die bestehende Zusammenarbeit gingen verloren. Deshalb ist es für alle gewinnbringend, gemeinsam das Beste daraus zu machen.

Ganz so, wie es unser Motto sagt:
„Mit-einander glauben, leben, leiden, zweifeln, gestalten, suchen, singen, feiern.“

Bitte bringen Sie Anregungen und Ideen ein, sprechen Sie unsere Kirchenvorstände an! Willkommen!

Christian Hilsberg,
Hans-Peter Rabenau,
Angelika Giesecke.

Stets auf dem laufenden, was im Gemeindenetz so läuft: Die EGNB-Homepage!

Gemeinsam das Beste draus machen

Landkarte Nördliche Bergstrasse Die Pfarrer der Gemeinden Ober-Beerbach, Jugenheim, Alsbach und Zwingenberg
Pfarramtliche Verbindung geplant:
Um den Wegfall einer Pfarrstelle zu kompensieren, wollen sich Ober-Beerbach
und drei Nachbargemeinden ihre Pfarrer teilen.
Die sechs Pfarrerinnen und Pfarrer des Gemeindenetzes:
Hans-Peter Rabenau, Christian Hilsberg, Angelika Giesecke
Sandra Matz, Johannes Lösch, Beatrice Northe.

Kirchengemeinden wollen Zusammenarbeit vertiefen, um trotz Stellenkürzung neue Perspektiven zu entwickeln.

Die evangelischen Kirchengemeinden an der nördlichen Bergstrasse müssen sich in den nächsten Jahren auf Veränderungen einstellen. Schon seit einiger Zeit versuchen sie, engere Kooperationen anzudenken und zuerproben. Mit dem "Regionalrat", in den alle sieben Kirchenvorstände der Gemeinden Seeheim, Ober-Beerbach, Jugenheim, Ober-Beerbach, Bickenbach, Alsbach, Hähnlein und Zwingenberg Vertreterinnen und Vertreter entsandt haben, gibt es bereits ein Gremium zur Koordination.

Nun steht ein weiterer, großer Schritt bevor: Die Synode der Evangelichen Kirche in Hessen und Nassau hat eine Kürzung der Pfarrstellen beschlossen, die zu Beginn der Jahre 2015 und 2020 wirksam werden soll. In unserer Region wird an beiden Terminen jeweils eine halbe Pfarrstelle gestrichen. Damit steht den Gemeinden an der nördlichen Bergstrasse dann etwa 10% weniger Zeit von Pfarrerinnen und Pfarrern zur Verfügung als Bisher. Alle Gemeinden sind sich einig, dass wir diese Last zusammen tragen wollen. Gemeinsam wollen wir Wege finden, nicht den Mangel zu verwalten, sondern die Chance zu nutzen, den Dienst von Pfarrerinnen und Pfarrern in unserer Region grundsätzlich neu zu bedenken und durch die engere Zusammenarbeit eine neue Qualität der Gemeindearbeit in der Region zu schaffen.

Während drei der sieben Gemeinden weiterhin punktuell und projektbezogen zusammenarbeiten wollen, haben die Kirchenvorstände von Alsbach, Jugenheim, Zwingenberg und Ober-Beerbach beschlossen, eine sogenannte "pfarramtliche Verbindung" einzugehen. Wird dieser Beschluss von der Kirchenleitung bestätigt, bleiben diese vier Gemeinden zwar selbstständig, begründen aber eine dauerhafte, verbindliche Zusammearbeit in Bezug auf ihre Pfarrstellen. Die sind dann künftig nicht mehr bei den einzelnen Kirchengemeinden, sondern bei dem neuen Verbund angesiedelt. Pfarrerinnen und Pfarrer werden dann nicht nur im "eigenen" Ort arbeiten, sondern im ganzen Gebiet aktiv sein, jedoch mit deutlichen Schwerpunkt in jeweils einer Gemeinde.

Für unsere Gemeinden heisst das, dass Ihnen bei Verschiedenen Anlässen, auch in Gottesdiensten und bei Amtshandlungen nicht mehr nur dieselben ein oder zwei Personen begegnen, sondern fünf oder sechs Pfarrerinnen und Pfarrer ihre besondern Fähigkeiten einbringen und in ihrer Arbeit verschiedenen Schwerpunkte setzten. Damit greifen wir auch gesellschaftliche Veränderungen auf, die sich in unseren Gemeinden schon lange auswirken. Für manche wird das eine grosse Veränderung sein, anderen mag es kaum auffallen. Manche werden diese Veränderung als Verlust empfinden, andere werden sie begrüssen, erweitert sie doch die vielfältigen Möglichkeiten der Gemeinde.

So oder so - auf jeden Fall markiert die Bildung einer pfarramtlichen Verbindung einen erheblichen Einschnitt in der Geschichte unserer Gemeinden. Es ist ein Wagnis. Nach vielen Beratungen und Überlegungen in den Kirchenvorständen eröffnen sich aus unserer Sicht jedoch viel mehr neue Möglichkeiten, als sich Risiken ergeben. So sehen wir nicht nur die traurige Aufgabe, einen Stellenabbau zu organisieren, sondern gewinnen auch die Perspektive, zusammen mit unseren Nachbargemeinden etwas Neues zu entwickeln.

Je mehr Menschen daran mitwirken, um so besser wird es.

Oft gestellte Fragen

Gibt es ab 2015 eine einzige große Kirchengemeinde?

Nein, alle vier Gemeinden bleiben selbständig und behalten einen eigenen Kirchenvorstand. Je vielfältiger die Gemeinden sind, umso besser.

Wer ist denn in Zukunft für Ober-­Beerbach zuständig?

Wir haben zurzeit sechs Pfarrerinnen und Pfarrer in den vier Gemeinden. Sie werden ihre Stärken und Begabungen in unterschiedlicher Weise auch in unserer Gemeinde einbringen. Alle werden regelmäßig in unserer Kirche predigen. Pfarrerin Giesecke wird den Arbeitsschwerpunkt in Ober-Beerbach behalten und hier für die meisten Gottesdienste und für die meisten Beerdigungen verantwortlich sein. Ihre Kollegen werden einzelne, spezielle Aufgaben in unserer Gemeinde wahrnehmen.

Ist das Ganze nur eine Sparmaßnahme?

Ja und Nein. Einerseits baut unsere Landeskirche, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, in den nächsten Jahren in zwei Schritten Pfarrstellen ab. Davon sind auch wir betroffen. Die Zahl der Pfarrstellen in unseren vier Kirchengemeinden sinkt zum 1.1.2015 von 5,5 auf 5 Stellen und 2020 voraussichtlich noch einmal auf 4,5 Stellen. Dann steht also fast 20% weniger Arbeitszeit von Pfarrerinnen und Pfarrern zur Verfügung als heute. Eine solche Kürzung wird zu spüren sein. Insofern ist das "Gemeindenetz" der Versuch, die Last der Stellenkürzung gemeinsam zu tragen. Andererseits eröffnen sich auch neue Möglichkeiten, wenn wir zusammen mit unseren Nachbargemeinden etwas Neues entwickeln.

Kann ich mich an der Gestaltung des Gemeindenetzes beteiligen?

Darauf hoffen wir! Zurzeit entwickeln Kirchenvorsteher und Pfarrer aus den vier Gemeinden Vorschläge, wie das Gemeindenetz ab 2015 arbeiten kann. Ihre Gedanken zum Gemeindenetz und Ihre Fragen können Sie jederzeit an die Kirchenvorsteher und an Pfarrerin Giesecke weitergeben. Im Bläädsche werden wir weiter berichten und Sie auf dem Laufenden halten.

Pfarrer Thomas Beder, Alsbach und Pfarrerin Angelika Giesecke, Ober-Beerbach

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